NRW-Klimaschutzminister Remmel weiht KWK-Anlage ein

Die Landesregierung will mit dem Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) die Energiewende in Nordrhein-Westfalen vorantreiben und den Anteil von Strom aus KWK bis zum Jahr 2020 auf mindestens 25 Prozent erhöhen. Auf der 18. Station seiner Zukunftsenergientour informierte sich NRW-Umweltminister Johannes Remmel mit einer Delegation der EnergieAgentur.NRW über das Projekt „100 Mikro-KWK-Anlagen“ in Bottrop.

Minister Remmel nahm in diesem Rahmen die neue Anlage der Familie Nitzsche in Bottrop in Betrieb, die nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeitet und die Doppelhaushälfte der Familie mit Strom und Wärme versorgt. „Der Kraft-Wärme-Kopplung kommt eine Schlüsselrolle zu, wenn wir unsere Klimaschutzziele erreichen wollen. Mit unserem 250 Millionen Euro schweren KWK-Impulsprogramm geben wir der Technologie einen wichtigen Anschub“, sagte Remmel. Das Gebäude wurde im Rahmen des Projekts „100 Mikro-KWK-Anlagen“ in der InnovationCity Ruhr mit dem Einbau einer neuen Heizungsanlage energetisch saniert. Bis dahin wurde die Heizwärme mit einer alten Gasheizung erzeugt.

Das Haus der Familie Nitzsche aus den 1950er Jahren ist eines der ersten Objekte im Projekt, das mit einer Mikro-KWK-Anlage ausgestattet wurde. Die neue Anlage arbeitet mit einem Stirling-Motor und wird mit Erdgas betrieben. Sie ersetzt das 20 Jahre alte Gasheizungssystem, das bislang nur einen relativ geringen Wirkungsgrad hatte. Der zusätzlich zur Wärme erzeugte Strom kann direkt verbraucht oder in das Stromnetz eingespeist werden. „Durch diese gekoppelte Erzeugung bildet die KWK-Anlage die derzeit effizienteste Heiztechnik für Wohngebäude. Wirkungsgrade über 90 Prozent sind Stand der Technik. Entsprechend günstig fällt die Klima-Bilanz aus: Wegen der geringen Umwandlungsverluste ist der Primärenergieeinsatz effizient. Und weil weniger Primärenergie zur Erzeugung der Nutzenergie eingesetzt werden muss, fallen die CO2-Emission vergleichsweise geringer aus“, so Minister Remmel.

Im Rahmen des Forschungsprojekts „100 Mikro-KWK-Anlagen“ in Bottrop sollen diese Anlagen getestet und ihr Betrieb zur Einsparung von fossilen Energieträgern und damit auch von CO2 optimiert werden. Projektpartner sind das Gas- und Wärme-Institut e.V. Essen, die Innovation City Management GmbH, die Hochschule Ruhr West sowie die Emscher Lippe Energie GmbH (ELE).
Die für das Projekt ausgewählten Teilnehmerinnen und Teilnehmer beteiligen sich finanziell und profitieren von einer modernen innovativen Heiztechnik. Die Anlagen werden durch Handwerker aus der Region verbaut und gewartet. Finanziert wird „100 Mikro-KWK-Anlagen“ über den Europäischen Fond für regionale Entwicklung der Europäischen Union sowie über Sponsorings durch die ELE und den Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW).

Aus über 220 Bewerbern wurden die geeigneten Objekte für das Projekt ausgewählt. „Das Projekt Mikro-KWK in Bottrop versinnbildlicht die Strategie der InnovationCity Ruhr, eine ‚Energiewende von unten‘ zu fördern. Mit lokaler Energieerzeugung und einer späteren Vernetzung mehrerer Mikro-KWK-Anlagen können CO2-Emissionen gesenkt, die Energieeffizienz gesteigert und ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden“, erklärt Burkhard Drescher, Geschäftsführer Innovation City Management GmbH. Mit über 125 Einzelprojekten verfolgt die InnovationCity Ruhr das Ziel, einen klimagerechten Stadtumbau bei gleichzeitiger Sicherung des Industriestandorts in Bottrop voranzutreiben. Konkret sollen dazu die CO2-Emissionen halbiert und die Lebensqualität gesteigert werden. Das Projektgebiet der InnovationCity Ruhr umfasst rund 70.000 Einwohner und 14.500 Gebäude. Durch Aktivierungs- und Beratungsmaßnahmen wurden bereits 636 Gebäude im Pilotgebiet saniert, die Sanierungsquote liegt bei rund 5,1 Prozent.

Das NRW-Klimaschutzministerium und die EnergieAgentur.NRW haben vor zwei Tagen mit „KWK.NRW – Strom trifft Wärme“ eine Kampagne gestartet, die die Vorteile der Kraft-Wärme-Kopplung besser kommunizieren soll. „Die EnergieAgentur.NRW begleitet die Unternehmen und Forschungseinrichtungen bereits seit Jahren bei Neuentwicklungen und der Markteinführung neuer Technologien der zentralen und dezentralen KWK. Die Netzwerkaktivitäten, ihre Kompetenzen in der Beratungsarbeit sowie in der Aus- und Weiterbildung werden durch ein breites Spektrum an Kommunikationsinstrumenten ergänzt und fließen in die verschiedenen Maßnahmen der Kampagne `KWK.NRW – Strom trifft Wärme´ mit ein“, erklärt Margit Thomeczek, Leiterin der KWK-Kampagne.